Й – Buchstabe I kratkoje, Russische Schreibschrift
Й ist der Buchstabe, den man im Russischen и краткое nennt, „kurzes i“: grafisch ein И mit Breve, auch wenn die heutigen Sprachen ihn als eigenständigen Buchstaben behandeln. Er steht für den palatalen Approximanten /j/, den Laut des j in „ja“.
In Wörtern
дорогой · lieb
здравствуй · guten Tag


Geschichte
Й gehört zur kyrillischen Schrift; auf Russisch heißt er и краткое, also „kurzes i“, daneben ist auch der Name Jot gebräuchlich. Der Artikel über ihn beschreibt den Buchstaben als grafisch aus dem kyrillischen И mit einem Breve, einem Kürzezeichen, gebildet, hält aber fest, dass die modernen Sprachen ihn in der Regel als selbstständigen Buchstaben behandeln. Sein Laut ist der palatale Approximant /j/, derselbe wie das j in „ja“. Je nach Umschriftsystem und slawischer Sprache wird er als y, j, i oder ĭ wiedergegeben.
Dieses Breve hat eine eigene Geschichte. Als Peter I. 1708 seine Reform der bürgerlichen Schrift einführte und das gedruckte russische Alphabet seine heutige Gestalt anzunehmen begann, fielen mehrere Buchstaben faktisch weg, und sämtliche diakritischen Zeichen und Akzente verschwanden aus dem weltlichen Gebrauch, mit Ausnahme von й. Das Zeichen, das diesen Buchstaben von И unterscheidet, ist das einzige seiner Art, das die Reform bestehen ließ.
Von Hand geschrieben wird й in der russischen Kursive, der Schreibschriftform des modernen russischen Alphabets. Sie formte sich im 18. Jahrhundert, und zwar auf dem Fundament der Skoropis, einer älteren kyrillischen Schnellschrift für rasches, laufendes Schreiben; diese war die Kanzleihand des 14. bis 17. Jahrhunderts gewesen und aus den Buchschriften Ustav und Poluustav erwachsen. Gegenüber der bürgerlichen oder petrinischen Buchdruckschrift übernahm die Kursive die Rolle der Handschrift, und moderne kyrillische Kursivschriften im Satz folgen in ihren Kleinbuchstaben größtenteils den Formen dieser Schreibschrift.
Zu й selbst sagt die Quelle über die russische Kursive nichts. Sie nennt aber и, aus dem й grafisch gebildet ist, unter sechs Kleinbuchstaben (и, л, м, ш, щ, ы), die ganz oder teilweise aus einem einzigen Element bestehen, das dem punktlosen lateinischen Kursivbuchstaben ı gleicht. Bestimmte Verbindungen dieser Buchstaben lassen sich deshalb ohne Kenntnis der Sprache oder ohne weiteren Kontext nicht eindeutig entziffern.