Х – Buchstabe Cha, Russische Schreibschrift
Х х, „Cha“ genannt, steht für den stimmlosen velaren Frikativ /x/. In Groß- wie in Kleinschreibung gleicht es genau dem lateinischen X, und damit müssen Sie beim Lesen vor allem rechnen.
In Wörtern
Тарханкут · Tarchankut · ein Kap auf der Krim
Leicht zu verwechseln mit
Sieht aus wie X (lateinisches X)
Die Form entscheidet hier nichts: Cha hat dieselbe Gestalt wie das lateinische X, groß wie klein, aufrecht wie kursiv, und in der russischen Schreibschrift wird der Kleinbuchstabe mitunter genau wie ein lateinisches Druck-x geschrieben. Richten Sie sich nach dem Wort, in dem das Zeichen steht, und nach der Sprache des Dokuments, nicht nach dem Buchstaben selbst; im Russischen trägt diese Form den Frikativ /x/, den „ach“-Laut.


Geschichte
Х х, „Cha“ genannt und in anderen Umschriften auch „kha“, „khe“, „xe“, „he“ oder „ha“, ist ein Buchstabe der kyrillischen Schrift. Gewöhnlich bezeichnet er den stimmlosen velaren Frikativ /x/, also den deutschen „ach“-Laut in „Bach“ oder „lachen“; je nach Sprache wird der Buchstabe allerdings unterschiedlich ausgesprochen. Abgeleitet ist er vom griechischen Chi, das dem lateinischen X ebenso ähnelt wie dem Cha. Wie man ihn in Lateinschrift wiedergibt, richtet sich nach der Ausgangssprache: kh für das Russische, Ukrainische, Mongolische und Tadschikische, ch für das Belarussische und Polnische, h für das Serbokroatische, Bulgarische, Makedonische und Kasachische und j für das Spanische.
Beim Entziffern eines Dokuments macht die Form mehr Mühe als der Laut. Das Cha sieht genauso aus wie das lateinische X, groß wie klein, in aufrechter wie in kursiver Schrift. In der russischen Schreibschrift wird der Kleinbuchstabe mitunter genau wie ein lateinisches Druck-x geschrieben, sodass das Zeichen allein nicht verrät, in welchem Alphabet der Schreiber gerade schrieb. Das entscheidet erst das Wort, in dem es steht.
Die russische Schreibschrift, die handschriftliche Gestalt der modernen russischen Kyrilliza, entstand im 18. Jahrhundert aus der Skoropis. Diese eilige Kanzleihand des 14. bis 17. Jahrhunderts war ihrerseits aus den älteren Buchschriften Ustav und Poluustav hervorgegangen. Die Schreibschrift trat der zivilen oder petrinischen Buchdruckschrift als geschriebene Partnerin zur Seite, und heutige kyrillische Kursivtypen übernehmen ihre Kleinbuchstaben großenteils von ihr.
Die Skoropis selbst diente Behörden und privater Büroarbeit; sie steckt voller Kürzungen, Ligaturen und schwungvoller Federzüge, und jeder Schreiber trug seine Eigenheiten in sie hinein. Steht in einer alten Akte ein х, bei dem Sie unsicher sind, ob überhaupt Russisch gemeint ist, prüfen Sie die Stelle an den Teilen desselben Schriftstücks, die Sie bereits gelesen haben.