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Э – Buchstabe E, Russische Schreibschrift

Э – Buchstabe E, Russische Schreibschrift

Э ist der kyrillische Buchstabe, den man „umgekehrtes E“ nennt; im Russischen, Weißrussischen und Westpolessischen steht er für die Vokale [e] und [ɛ]. Er ist die spiegelverkehrte Form des älteren ukrainischen Je, Є, und darf mit diesem nicht verwechselt werden.

GedrucktЭ э
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Klingt wiee in „Bett“
GedrucktЭ э
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Klingt wiee in „Bett“

Leicht zu verwechseln mit

Sieht aus wie Є (ukrainisches Je (Є є))

Die Quelle sagt unmissverständlich, dass Э dem älteren kyrillischen Buchstaben ukrainisches Je sehr ähnlich sieht und nicht mit ihm verwechselt werden darf. Э ist die spiegelverkehrte Form von Є, die beiden blicken also in entgegengesetzte Richtungen. Außerdem gehören sie verschiedenen Alphabeten an: Э ist der Buchstabe des Russischen, Weißrussischen und Westpolessischen, wo er die Vokale [e] und [ɛ] trägt.

handwritten lowercase E in Russische Schreibschrift
Kleinbuchstabe
handwritten uppercase E in Russische Schreibschrift
Großbuchstabe

Geschichte

Э heißt „umgekehrtes E“, russisch э оборотное (e oborotnoye). Verwendet wird es in drei slawischen Sprachen – Russisch, Weißrussisch und Westpolessisch –, und es gibt die Vokale [e] und [ɛ] wieder, also das geschlossene e wie in „See“ und das offene wie in „Bett“. Die übrigen slawischen Sprachen mit kyrillischer Schrift schreiben diese Laute mit Je, Е е; im Russischen und Weißrussischen steht dieses Е am Wortanfang und nach Vokalen für [je] oder aber für [e] mit Palatalisierung des vorangehenden Konsonanten. Э sieht dem älteren kyrillischen Buchstaben ukrainisches Je (Є є) sehr ähnlich, ist aber dessen spiegelverkehrte Fassung und sollte mit ihm nicht verwechselt werden. Auch jenseits der slawischen Sprachen kommt Э vor: Das kyrillische Moldauisch, das zur Zeit der Sowjetunion in der Moldauischen SSR verwendet wurde und in Transnistrien bis heute gebraucht wird, gibt ihm den Wert des ă im lateinischen rumänischen Alphabet, also das Phonem [ə]. Außerdem steht der Buchstabe in den kyrillischen Alphabeten des Mongolischen sowie zahlreicher uralischer, kaukasischer und Turksprachen der ehemaligen Sowjetunion.

Unter den handschriftlichen Formen, die die Quellen zur Kursive als heikel aufführen, fehlt Э. Die Mehrdeutigkeit, die sie beschreiben, betrifft das gemeinsame Element von и, л, м, ш, щ und ы, ferner das kleine п, das trotz völlig anderen Lautwerts mit dem lateinischen Schreibschrift-n zusammenfallen kann, und das т, das einem lateinischen m ähnelt. Zur geschriebenen Gestalt des Э halten sie nichts Besonderes fest.

Die Hand, in der Э in Briefen und Akten erscheint, ist die russische Schreibschrift des 18. Jahrhunderts, gewachsen auf dem Boden der Skoropis. Diese laufende Schnellschrift diente vom 14. bis 17. Jahrhundert als Kanzleihand der älteren kyrillischen Buchschriften Ustav und Poluustav; die Kursive, die aus ihr hervorging, wurde zum handschriftlichen Gegenstück der bürgerlichen oder petrinischen Druckschrift. Die Skoropis selbst war in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aus dem Halbustav entstanden, für Ämter und private Kanzleiarbeit, und kennzeichnend sind für sie ein ausgeprägt kalligraphischer Zug, runde, glatt geschriebene Buchstaben und zahlreiche Ligaturen und Abkürzungen. Da sich die Hände der Schreiber unterschieden, liest man ein solches Dokument nur dann richtig, wenn man eine unklare Passage neben schon entzifferte Teile desselben Textes legt.

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