Б – Buchstabe Be, Russische Schreibschrift
Б, genannt Be, ist der zweite Buchstabe des russischen Alphabets und klingt wie das b in „Ball“. Der Buchstabe, der wie ein lateinisches großes B aussieht, ist nicht dieser, sondern sein Nachbar В, der einen anderen Laut trägt.
In Wörtern
брат · Bruder
бабушка · Großmutter
Leicht zu verwechseln mit
Sieht aus wie В (We)
Der Buchstabe in Gestalt eines lateinischen großen B ist В (We), nicht Б. We steht für den stimmhaften labiodentalen Frikativ /v/ oder den stimmhaften bilabialen Frikativ /β/, Б dagegen für den stimmhaften bilabialen Plosiv /b/; Б ist auch der Buchstabe, der mit dem lateinischen B umschrieben wird. Kurz gesagt: In einem russischen Dokument klingt gerade der Großbuchstabe, der wie ein B aussieht, nicht wie B.


Geschichte
Б mit dem Namen Be ist ein Buchstabe der kyrillischen Schrift und steht an zweiter Stelle des modernen russischen Alphabets. Er bezeichnet gewöhnlich den stimmhaften bilabialen Plosiv /b/, also den Laut, mit dem das deutsche Wort „Ball“ beginnt; in lateinischer Umschrift erscheint er als B.
Verwechseln darf man ihn nicht mit seinem Nachbarn We (В в). We hat die Gestalt eines lateinischen großen B, steht aber für einen anderen Laut, den stimmhaften labiodentalen Frikativ /v/ oder den stimmhaften bilabialen Frikativ /β/. Ein Großbuchstabe, der in einem russischen Dokument wie ein lateinisches B aussieht, ist folglich We und nicht Be. Bei Handschriften, die nicht aus Russland stammen, ist zusätzlich Vorsicht geboten: Sowohl б als auch Б gehören zu den Buchstaben, die in serbischer und makedonischer Schreibschrift anders geschrieben werden können als in der russischen.
Ein auf Russisch verfasstes handschriftliches Dokument liegt fast immer in russischer Schreibschrift vor, also in der handschriftlichen Form der modernen kyrillischen Schrift, die an die Stelle der Druckbuchstaben tritt. Ihre Wurzeln reichen ins 18. Jahrhundert zurück: Damals entstand sie aus der Skoropis, einer älteren kyrillischen Schnellschrift, die zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert die Kanzleien beherrschte und von den alten Buchschriften Ustav und Poluustav abstammte. Fortan begleitete sie als Handschrift die sogenannte bürgerliche, auch petrinisch genannte Buchdruckschrift.
Wer Skoropis-Urkunden liest, trifft auf Schreiber mit jeweils eigener Hand und eigenen Eigenheiten beim Bilden und Gruppieren der Buchstaben, deren Formen sich zudem nach ihrer Umgebung richten. Eine unklare Stelle vergleicht man daher am besten mit Abschnitten desselben Textes, die man bereits gelesen hat.