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Е – Buchstabe Je, Russische Schreibschrift

Е – Buchstabe Je, Russische Schreibschrift

Е ist der sechste Buchstabe des modernen russischen Alphabets und steht für den Vokal [e] oder [ɛ]. 1918 übernahm er die Aufgabe eines zweiten Buchstabens, als die Reform das Jat mit ihm zusammenlegte; eine Seite aus der Zeit vor der Reform und eine moderne Ausgabe desselben Textes können ein Wort daher auf zwei Arten schreiben.

GedrucktЕ е
ÜbenÜbenA4US-Letter
Klingt wieje in „jemand“
GedrucktЕ е
ÜbenÜbenA4US-Letter
Klingt wieje in „jemand“

In Wörtern

Света

Света · Sveta · ein Name

сестра

сестра · Schwester

дедушка

дедушка · Großvater

Leicht zu verwechseln mit

Sieht aus wie E (lateinisches E)

Die Beschreibung des Е hält fest, dass seine Form dem lateinischen E sehr ähnlich ist, und genau darin liegt das ganze Problem: Der Umriss entscheidet nichts. Gehen Sie von den umgebenden Buchstaben und von der Sprache des Dokuments aus, nicht von dem einzelnen Buchstaben vor Ihnen. Die Folgen betreffen vor allem die Umschrift, denn ein russisches Е wird für das Russische als Ye romanisiert, etwa Европа als Yevropa.

handwritten lowercase Je in Russische Schreibschrift
Kleinbuchstabe
handwritten uppercase Je in Russische Schreibschrift
Großbuchstabe

Geschichte

Е ist der sechste Buchstabe des modernen russischen Alphabets; im Russischen und Belarussischen heißt er Ye, Je oder Ie, in manchen Sprachen auch E. Meist bezeichnet er den Vokal [e] oder [ɛ], ähnlich dem e in „Bett“. Er geht auf den phönizischen Buchstaben He und das griechische Epsilon (Ε ε) zurück, und seine Form ähnelt dem lateinischen E sehr.

Wie er romanisiert wird, hängt von der Sprache und vom verwendeten System ab. Für das Bulgarische, Serbische, Makedonische, Ukrainische und Russinische schreibt man E, gelegentlich auch für das Russische, etwa Озеро Байкал als Ozero Baykal; für das Belarussische Je, etwa Заслаўе als Zaslaŭje; für das Russische Ye, etwa Европа als Yevropa; und gelegentlich Ie für das Russische, etwa Днепр als Dniepr, sowie für das Belarussische. Zwei Namensregister zum selben Kirchenbuch können deshalb einen Familiennamen unterschiedlich schreiben, ohne dass eines von beiden falsch wäre.

Die Reform von 1918 betrifft diesen Buchstaben stärker als die meisten anderen. Die russische Rechtschreibung wurde vereinfacht, indem man den Buchstaben ѣ mit е zusammenlegte: Aus дѣти wurde дети, aus Сѣверо-Американскіе wurde Северо-Американские. Die Reform tilgte Paare völlig gleichlautender Grapheme aus dem Alphabet, darunter ѣ und Е, und rückte das Alphabet so näher an das Lautsystem der Sprache heran. Ein Wort, das in einer modernen Ausgabe е enthält, kann also dort stehen, wo das Originaldokument ein Jat hat; der Unterschied zwischen beiden Seiten liegt in der Schreibung, nicht im Wortlaut.

Die russische Schreibschrift, in der die meisten persönlichen Dokumente abgefasst sind, formte sich im 18. Jahrhundert. Sie fußt auf der Skoropis, einer früheren kyrillischen Schnell- oder Laufschrift tachygraphischer Prägung, die vom 14. bis ins 17. Jahrhundert den Kanzleien diente und aus den älteren Buchschriften Ustav und Poluustav entstanden war. Als Handschrift trat sie an die Seite der bürgerlichen oder petrinischen Druckschrift, in der Bücher gesetzt wurden.

Russische Schreibschrift: zur Geschichte →