R – Buchstabe r, Sütterlinschrift
R ist der 18. Buchstabe des deutschen Alphabets und bezeichnet einen r-Laut, der historisch als alveolarer Vibrant [r] oder als uvularer Frikativ [ʁ] gesprochen und im Silbenauslaut zu [ɐ] vokalisiert wird. Seine Sütterlin-Form entwarf Ludwig Sütterlin 1911: aufrecht, geometrisch proportioniert, für den Unterricht deutscher Schulkinder.
In Wörtern
Mutter
Vater
Brief


Geschichte
Im deutschen Alphabet folgt das R auf Platz 18. Sein Laut gehört zur Gruppe der r-Laute: Historisch wurde er entweder als gerolltes r an der Zungenspitze, [r], oder als Reibelaut am Zäpfchen, [ʁ], ausgesprochen, und am Ende einer Silbe klingt er vokalisch, als [ɐ].
Sütterlin vereinfachte den verwickelten Bewegungsablauf, den das kleine r aus der Tradition mitbrachte, zu einem klaren, aufrechten Strich mit einer Schulterkurve, die sich glatt an die Nachbarbuchstaben anschließt. Das große R hat einen aufrechten Schaft, oben einen gerundeten Bogen und ein schräges Bein, auf das es sich stützt.
Häufig erscheint das r in den Überschriften von Verwaltungsakten: „Regierung“, „Rathaus“, „Religion“ und „Recht“. Sein eigentümlicher Duktus in der Kurrent zählt zu den ersten Formen, die sich angehende Paläographen einprägen müssen.
Ursprünglich zeigte das R einen menschlichen Kopf im Profil,[1] der im Phönizischen Resch, „Kopf“, hieß.[2] Das griechische Rho wurde mitunter mit einem kurzen Ansatz unter seinem Bogen geschrieben,[3] und die Römer übernahmen gerade diese Variante, damit sich der Buchstabe vom P unterscheiden ließ.[4] Mit der Zeit wurde der Ansatz länger, bis er in der römischen Antike die Grundlinie erreichte.[5]
Quellen
- [1] R — Wikipedia (German) — Kopf im Profil (abgerufen am 2026-10-14)
- [2] R — Wikipedia (German) — Resch, „Kopf“ (abgerufen am 2026-10-14)
- [3] R — Wikipedia (German) — Rho mit Ansatz (abgerufen am 2026-10-14)
- [4] R — Wikipedia (German) — Ansatz zur Unterscheidung vom P (abgerufen am 2026-10-14)
- [5] R — Wikipedia (German) — Ansatz bis zur Grundlinie (abgerufen am 2026-10-14)