H – Buchstabe h, Kurrentschrift
H ist der 8. Buchstabe des deutschen Alphabets. In der Schreibschrift trägt das kleine h eine lange Schleife unter der Grundlinie, weshalb fast jeder, der ihm zum ersten Mal begegnet, darin ein modernes y oder ein kyrillisches у sieht.
In Wörtern
Schwester
Haus
herzlich
Leicht zu verwechseln mit
Am häufigsten verlesen als
Kurrentschrift h ≠ modernes y
Das h der Kurrent beginnt mit einer hohen Oberlänge, bevor es nach unten führt; sein Strich durchmisst beide Zonen. Ein y hat überhaupt keine Oberlänge.


Geschichte
Auf Platz 8 des deutschen Alphabets steht das H. Am Silbenanfang bezeichnet es den stimmlosen glottalen Reibelaut /h/; nach Vokalen dient es als stummes Dehnungszeichen, das Dehnungs-h, etwa in Wörtern wie „Sohn“ oder „Jahr“.
Das kleine h der Kurrent reicht über drei Zonen: Es vereint eine hohe Oberlängenschleife, einen geraden Abstrich durch das Mittelband, eine Schleife oder einen Strich unter der Grundlinie und einen aufsteigenden Bogen, der zum nächsten Zeichen hinüberführt. Ungeübte Augen verwechseln es deshalb häufig mit dem langen s (ſ) oder mit dem f. Das große H ist aus zwei hohen senkrechten Schäften gebaut, die in der Mitte ein kunstvoller Knoten oder eine Schleife in Form einer Acht verbindet.
In historischen deutschen Handschriften ist das h allgegenwärtig, als Anlaut („Haus“, „Hof“, „Herr“) ebenso wie als Dehnungszeichen. In der alten Rechtschreibung vor der Reform von 1901 stand h außerdem nach t („Thür“, „That“, „Theil“). Das macht es in Archivtexten zu einem häufig genutzten Anhaltspunkt, wenn es darum geht, ein undatiertes Schriftstück zeitlich einzuordnen.