צ – Buchstabe Zade, Hebräische Kursivschrift
Für den Laut, den ein deutsches z schreibt, hat das Hebräische צ (Zade), den 18. Buchstaben seines Alphabets: die stimmlose alveolare Affrikate /t͡s/. Am Wortende streckt sich das Zeichen zur langen Endform ץ (Zade sofit).
In Wörtern
צדקה · Wohltätigkeit

Geschichte
Mit dem Zahlwert 90 steht Zade an 18. Stelle. Im traditionellen wie im modernen Hebräisch und ebenso im Jiddischen bezeichnet es die stimmlose alveolare Affrikate /t͡s/; schließt es ein Wort ab, wird daraus die gestreckte Endform ץ (Zade sofit).
Die Kursive baut das Zade aus einer schrägen Basis und einer Schlaufe oder Zinke, die nach rechts weist. Das finale Zade (ץ) dagegen stürzt geradewegs senkrecht hinab, weit unter die Grundlinie.
Begegnen wird man ihm in religiösen Formeln, etwa „Zaddik“ („Gerechter“), und in Datierungen, wo es für neunzig steht. Beim Lesen der Handschrift lohnt Sorgfalt, denn sein kursiver Zug lässt sich leicht mit Ajin oder Tet verwechseln.
Man nennt den Buchstaben auch Zadik, eine Form, die auf seinen jiddischen Namen Zadek zurückgeht.[1] Der Endform gebührt eigentlich der Wert 900, doch kommt das kaum vor; man schreibt dafür Taw, Taw und Kof, also 400 + 400 + 100.[2] Als Abkürzung bedeutet Zade ṣafon, „Norden“,[3] und in der Torarolle gehört es zu den sieben Buchstaben, die Krönchen tragen, die Tagin.[4] Mit einem Geresch versehen gibt es den Laut tsch wie in „deutsch“ wieder,[5] und im sephardischen Hebräisch klingt es wie ein einfaches s.[6]
Quellen
- [1] Tsade — Wikipedia — Zadik, nach jiddisch Zadek (abgerufen am 2026-10-14)
- [2] Tsade — Wikipedia — finales Zade = 900, selten gebraucht (abgerufen am 2026-10-14)
- [3] Tsade — Wikipedia — ṣafon, „Norden“ (abgerufen am 2026-10-14)
- [4] Tsade — Wikipedia — gekrönt in der Torarolle (abgerufen am 2026-10-14)
- [5] Tsade — Wikipedia — צ׳ für tsch (abgerufen am 2026-10-14)
- [6] Tsade — Wikipedia — sephardisch s (abgerufen am 2026-10-14)