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י – Buchstabe Jod, Hebräische Kursivschrift

י – Buchstabe Jod, Hebräische Kursivschrift

Der kleinste Buchstabe des Alphabets, י (Jod), ist der 10. und hat zwei Aufgaben: Er steht für den palatalen Approximanten /j/ und dient als mater lectionis für geschlossene Vorderzungenvokale wie /i/.

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handwritten lowercase Jod in Hebräische Kursivschrift
Kleinbuchstabe

Geschichte

An zehnter Stelle des hebräischen Alphabets steht י, das Jod. Es bezeichnet /j/, den Laut des deutschen j in „ja“,[1] und dient außerdem als Vokalbuchstabe für Chirek, Zere und Segol.[2] Aschkenasische Juden nennen es oft „Yud“, so heißt der Buchstabe auf Jiddisch.[3] Der Name geht auf eine ägyptische Hieroglyphe zurück, die eine Hand zeigt; man vergleiche das hebräische jad, „Hand“.[4]

In der Gematria zählt Jod zehn,[5] und zwei Jod hintereinander stehen für den Namen Gottes.[6] Seine Kleinheit ist sprichwörtlich. Im modernen Hebräisch meint die Spitze des Jod etwas Winziges und Bedeutungsloses,[7] und wer sich um sie sorgt, ist kleinlich und pocht auf Nebensächlichkeiten.[8] Gemeint ist es auch im Matthäusevangelium, wo Luther vom „kleinsten Buchstaben“ neben dem „Tüttel“ spricht, und Schreiber übersahen es wegen seiner Größe oft.[9]

Grammatisch leistet Jod zweierlei. Vorn am Verb kennzeichnet es die dritte Person Singular maskulin des Futurs: Aus m-l-k, „König“, wird yimlokh, „er wird herrschen“.[10] Hinten am Substantiv bedeutet es „mein“: Aus av, „Vater“, wird avi, „mein Vater“.[11]

Im Jiddischen kann ein einzelnes Jud sowohl den Vokal /i/ als auch den Konsonanten /j/ bezeichnen; wo beide aufeinandertreffen, markiert ein Punkt darunter den Vokal, und so schreibt sich das Wort Jiddisch selbst ייִדיש.[12] Zwei Jud nebeneinander, יי, geben den Doppellaut /ej/ wieder.[13]

Vom phönizischen Vorläufer des Jod stammt das griechische Iota ab,[14] über dieses wiederum das lateinische I und J und das kyrillische І,[15] jenes Punkt-і, das die sowjetische Rechtschreibreform aus dem Russischen verbannte.[16]

Quellen

  1. [1] Yodh — Wikipedia — /j/, wie das j in „ja“ (abgerufen am 2026-09-28)
  2. [2] Yodh — Wikipedia — mater lectionis für Chirek, Zere und Segol (abgerufen am 2026-09-28)
  3. [3] Yodh — Wikipedia — der Name Jud, aus dem Jiddischen, besonders unter aschkenasischen Juden (abgerufen am 2026-09-28)
  4. [4] Yodh — Wikipedia — abgeleitet von einer ägyptischen Hieroglyphe einer Hand; vgl. jad, „Hand“ (abgerufen am 2026-09-28)
  5. [5] Yodh — Wikipedia — Zahlenwert zehn (abgerufen am 2026-09-28)
  6. [6] Yodh — Wikipedia — zwei Jod hintereinander bezeichnen den Namen Gottes (abgerufen am 2026-09-28)
  7. [7] Yodh — Wikipedia — die neuhebräische Redewendung von der Spitze des Jod (abgerufen am 2026-09-28)
  8. [8] Yodh — Wikipedia — wer sich um die Spitze eines Jod sorgt, ist kleinlich (abgerufen am 2026-09-28)
  9. [9] Yodh — Wikipedia — „ein Jod oder ein Tüttel“ (Matthäus); seiner Größe wegen übersehen (abgerufen am 2026-09-28)
  10. [10] Yodh — Wikipedia — als Vorsilbe die dritte Person Singular maskulin des Futurs: yimlokh (abgerufen am 2026-09-28)
  11. [11] Yodh — Wikipedia — als Nachsilbe das Possessiv der ersten Person Singular: av > avi (abgerufen am 2026-09-28)
  12. [12] Yodh — Wikipedia — Jiddisch: ein Punkt darunter trennt /i/ von /j/, wie in ייִדיש (abgerufen am 2026-09-28)
  13. [13] Yodh — Wikipedia — Jiddisch: der Digraph יי steht für /ej/ (abgerufen am 2026-09-28)
  14. [14] Yodh — Wikipedia — der phönizische Buchstabe als Ursprung des griechischen Iota (abgerufen am 2026-09-28)
  15. [15] Yodh — Wikipedia — über das Griechische: lateinisch I und J, kyrillisch І (abgerufen am 2026-09-28)
  16. [16] Reforms of Russian orthography — Wikipedia — die Reform strich gleichlautende Buchstaben, darunter І (abgerufen am 2026-09-28)
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