ל – Buchstabe Lamed, Hebräische Kursivschrift
Als 12. Buchstaben führt das hebräische Alphabet ל (Lamed), den Buchstaben für den stimmhaften alveolaren lateralen Approximanten /l/.
In Wörtern
שלום · Frieden; hallo
ילדים · Kinder
מלך · König

Geschichte
In der Reihe der Buchstaben folgt ל an 12. Stelle, und als Zahl gelesen bedeutet es 30. Ob im überlieferten oder im heutigen Hebräisch oder im Jiddischen: Sein Laut ist stets der stimmhafte alveolare laterale Approximant /l/.
Kein anderer hebräischer Buchstabe hebt seinen Mast so deutlich über die Oberlänge hinaus wie das Lamed. In der Schreibschrift schwingt dieser Aufstrich lebhaft nach oben, endet in einem anmutigen Haken und verankert den senkrechten Takt der Zeile.
Weil das kursive Lamed weit über seine Nachbarn aufragt, nutzten Schreiber und Briefschreiber seine Oberlänge gern für Zierschwünge über die Zeile hin oder führten sie um die Ober- und Unterlängen der Nachbarzeilen herum.
Meist leitet man den Buchstaben vom Bild eines Ochsenstachels ab, eines Treibstocks für Rinder, oder von dem eines Hirtenstabs;[1] im Protosemitischen hieß ein solcher Stachel lamed.[2] Gemeinsam mit Waw verweist Lamed auf die Lamedwawniks, die 36 Gerechten, die die Welt vor dem Untergang bewahren.[3] Klebt ein Lamed an einem Auto, sitzt am Steuer jemand, der fahren lernt: Das Zeichen steht für lomed, „Lernender“.[4] Als Vorsilbe bildet Lamed den Infinitiv, aus daber („sprechen“) wird ledaber („zu sprechen“),[5] und es kann auch „zu“ oder „für“ bedeuten.[6]
Quellen
- [1] Lamedh — Wikipedia — Ochsenstachel oder Hirtenstab (abgerufen am 2026-10-14)
- [2] Lamedh — Wikipedia — protosemitisch *lamed-, Stachel (abgerufen am 2026-10-14)
- [3] Lamedh — Wikipedia — Lamedwawniks (abgerufen am 2026-10-14)
- [4] Lamedh — Wikipedia — Schild für Fahrschüler (abgerufen am 2026-10-14)
- [5] Lamedh — Wikipedia — Vorsilbe des Infinitivs (abgerufen am 2026-10-14)
- [6] Lamedh — Wikipedia — zu, für (abgerufen am 2026-10-14)